Wie viel Farbe brauche ich für die Zimmerdecke?
Die benötigte Menge ergibt sich aus zwei Größen: der Fläche, die gestrichen wird, und der Ergiebigkeit der Farbe. Die Decke ist meist die einfachere Fläche, weil sie eben und rechteckig ist. Trotzdem lohnt sich eine saubere Rechnung, denn wer zu wenig Farbe hat, muss nachkaufen und riskiert Abweichungen im Farbton. Wenn Wände im selben Arbeitsgang gestrichen werden, rechnet man Decken- und Wandfläche zusammen. Dieser Artikel behandelt nur die Decke; die Wandflächen können mit derselben Formel berechnet werden.

Wie berechne ich die Deckenfläche?
Bei einer flachen Decke gilt die einfache Formel: Länge × Breite des Raums. Gemessen wird an den Innenmaßen, das Ergebnis ist die Fläche in Quadratmetern.
Eine Dachschräge vergrößert die Deckenfläche. Für Räume mit Schräge braucht man deshalb zusätzlich die niedrigste und die höchste Deckenhöhe. Liegt die Schräge nur auf einer Seite, spricht man vom Pultdach, bei Schrägen auf beiden Seiten vom Satteldach. Viele Rechner fragen genau diese Angaben ab. Dachfenster werden mit Anzahl sowie Breite und Höhe jedes Fensters angegeben und von der Fläche abgezogen, weil dort nicht gestrichen wird. Ohne Rechner messen Sie die Fläche abschnittsweise aus: Flachen Teil und schräge Teile getrennt berechnen und Dachfenster abziehen.
Wie lese ich die Ergiebigkeit auf dem Eimer ab?
Die Ergiebigkeit steht in den Herstellerangaben in m²/l, meist auf dem Gebinde. Die Formel lautet: Gesamtfläche ÷ Ergiebigkeit = benötigte Liter. Beispiel: Bei 100 m² und 5 m²/l ergeben sich 100 ÷ 5 = 20 Liter.
Die Angabe auf dem Gebinde ist die Referenz, der tatsächliche Verbrauch kann davon abweichen. Hochwertige Farbe mit vielen Pigmenten deckt meist besser und ist daher ergiebiger. Geringwertige Farbe deckt oft schlechter und muss mehrfach gestrichen werden, wodurch sich der Bedarf verdoppeln kann. Deshalb sollte man nicht nur auf den Literpreis schauen, sondern auf die Ergiebigkeit und die Zahl der nötigen Anstriche.
Wie viele Anstriche sind nötig?
Die Zahl der Anstriche ist nicht allgemein festgelegt. Sie hängt von Farbe, Untergrund und gewünschter Deckung ab. Die Rechnung gilt je Anstrich: Die Fläche wird mit der Anzahl der Anstriche multipliziert, bevor die Ergiebigkeit angewendet wird. Die empfohlene Zahl nennt das technische Datenblatt des Produkts, dort finden sich auch Angaben zur Trocknung zwischen den Anstrichen.
Rechenbeispiel für ein 4 × 3 m Zimmer
Die Decke misst 4 m × 3 m, also 12 m². Bei einer Ergiebigkeit von 5 m²/l reicht ein einzelner Anstrich rechnerisch für 12 ÷ 5 = 2,4 Liter. Bei zwei Anstrichen, die im Datenblatt vorgesehen sind, ergibt das 2 × 2,4 = 4,8 Liter. Gebinde gibt es nicht in jeder beliebigen Größe, deshalb rundet man auf die nächsthöhere verfügbare Menge auf. Hat dieselbe Decke eine Schräge, wird zuerst die tatsächliche Fläche nach dem Verfahren oben ermittelt und dann gerechnet.

Wann braucht die Decke mehr Farbe?
In mehreren Fällen verbraucht man mehr Farbe als rechnerisch nötig. Abgetönte Farbe braucht oft mehr, weil die Mischung nicht immer gleichmäßig deckt. Saugfähige Untergründe nehmen mehr Farbe auf, bevor sich eine geschlossene Schicht bildet. Auch Details wie Fensterlaibungen oder Bereiche hinter Heizkörpern verbrauchen mehr Farbe pro Quadratmeter, weil dort meist mit dem Pinsel gearbeitet wird. Wer diese Stellen mitstreicht, sollte sie bei der Rechnung separat berücksichtigen.
Wie viel Reserve sollte ich einplanen?
Es ist sinnvoll, eher etwas mehr Farbe zu kaufen als zu wenig. Ein Nachkauf kostet Zeit, und bei abgetönter Farbe lässt sich der Farbton später nicht sicher wiederholen. Die Restmenge bewahrt man mit Etikett und in dicht verschlossenem Gebinde auf, damit Nacharbeiten möglich bleiben.
Worauf achte ich beim Streichen der Decke?
Arbeiten Sie nur auf einer stabilen Leiter oder einem geeigneten Tritt, nicht auf Stühlen oder Kisten. Decken Sie Boden und Möbel gründlich ab und sorgen Sie für Lüftung, da Lösemittel und Farbdämpfe die Atemluft belasten können. Tragen Sie beim Arbeiten über Kopf eine Schutzbrille, damit Tropfen nicht in die Augen gelangen. Halten Sie die im Datenblatt genannte Trockenzeit ein, bevor Sie den nächsten Anstrich aufbringen, und beachten Sie dabei Temperatur und Luftfeuchte im Raum. Reste gehören nicht in den Abfluss; erkundigen Sie sich bei der kommunalen Schadstoffsammlung nach der richtigen Entsorgung.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich im Datenblatt, ob die Farbe für Decken geeignet ist?
Das technische Datenblatt des Herstellers nennt die vorgesehenen Anwendungen, den passenden Untergrund und die Trocknungszeiten. Steht dort nichts zur Deckenanwendung, sollte man die Farbe nicht ohne Rückfrage an der Decke verwenden.
Reicht der Rest vom Wandanstrich für die Decke?
Nur wenn es sich um dieselbe Farbe aus demselben Gebinde handelt. Wand- und Deckenfarben sind oft unterschiedlich abgestimmt, deshalb sollte man das Datenblatt beider Produkte vergleichen.
Muss ich die Decke vor dem Streichen grundieren?
Das hängt vom Untergrund ab, etwa von Saugfähigkeit, Vorbehandlung und Altanstrich. Die Angaben des Herstellers zur Grundierung sind verbindlich und sollten vor dem Kauf gelesen werden.
Wie überprüfe ich den tatsächlichen Verbrauch vor dem großen Anstrich?
Ein Probeanstrich auf einer kleinen, unauffälligen Fläche zeigt, wie viel Farbe der Untergrund wirklich aufnimmt. Die Ergebnisse lassen sich auf die gesamte Decke übertragen, sollten aber mit den Angaben des Herstellers abgeglichen werden.