Wie ermitteln Sie die Fläche von Boden und Wänden?

Zeichnen Sie zuerst eine Skizze des Raums und tragen Sie alle Maße ein. Messen Sie den Boden an mehreren Stellen, denn Wände in Altbauten stehen selten exakt im rechten Winkel. Ist der Grundriss unregelmäßig, teilen Sie ihn in Rechtecke auf, berechnen jedes Teil für sich und addieren die Ergebnisse.

Die Bodenfläche ergibt sich aus Länge mal Breite. Für die Wände messen Sie jede einzelne Wandlänge und multiplizieren sie mit der Höhe, bis zu der gefliest werden soll. Üblich ist die Fliese bis zur Decke, alternativ nur im Spritzbereich bei Dusche und Waschtisch. Die Wandflächen addieren Sie zur Bodenfläche.

Wie ermitteln Sie die Fläche von Boden und Wänden?

Was ziehen Sie von der Fläche ab?

Abziehen dürfen Sie nur Flächen, die tatsächlich nicht gefliest werden. Dazu gehören Türöffnungen und Fenster in der Wand sowie die Standfläche einer Wanne oder Duschwanne, sofern dort keine Fliesen liegen. Ob die Fliesen unter der Wanne weiterlaufen, entscheidet Ihre Planung, nicht die Rechnung.

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Kleine Aussparungen wie Steckdosen, Schalter oder Armaturen ziehen Sie nicht ab. Sie kosten zwar keine ganze Fliese, verursachen aber Schnittarbeit und damit zusätzlichen Verschnitt. Bevor Sie Wände anbohren oder Schlitze stemmen, orten Sie Strom- und Wasserleitungen mit einem Ortungsgerät.

Wie berechnen Sie die Stückzahl mit Fuge?

Die Fläche einer einzelnen Fliese rechnen Sie mit der Fuge, nicht nur mit dem Nennmaß. Die Formel lautet:

Fläche je Fliese = (Breite + Fuge) × (Höhe + Fuge)

Alle Werte setzen Sie in Metern ein. Danach teilen Sie die Gesamtfläche durch die Fläche je Fliese und runden das Ergebnis auf die nächste ganze Zahl auf. Erst danach kommt der Verschnitt hinzu.

Die Fugenbreite richtet sich nach Format und Verlegeart. Laut BauNetz Wissen sollen Fliesen mit einer Kantenlänge bis 60 cm eine Fuge von mindestens 3 mm haben, größere Formate mindestens 5 mm. Maßgeblich bleibt das technische Datenblatt des Fliesenherstellers. Die tatsächlichen Maße weichen oft leicht vom Nennmaß ab, deshalb sollten Sie einige Fliesen aus dem Karton nachmessen. Je breiter die Fuge, desto weniger Fliesen passen auf einen Quadratmeter.

Wie planen Sie den Verschnitt richtig?

Als Verschnitt gelten Fliesenstücke, die beim Zuschneiden an Rändern, Ecken und Ausschnitten übrig bleiben oder unbrauchbar werden. Seine Höhe hängt von Grundriss, Format und Verlegeart ab. Bei einem einfachen Rechteckraum mit gerader Verlegung fällt er geringer aus als bei Nischen, Schrägen, vielen Aussparungen oder einem diagonalen Muster. Auch kleine Formate mit vielen Schnittkanten erhöhen den Anteil. Einen festen Prozentwert nennen wir hier bewusst nicht, denn er sollte mit dem Fachbetrieb oder anhand der Herstellerunterlagen festgelegt werden.

Schlagen Sie den gewählten Zuschlag auf die Stückzahl auf und runden Sie erneut auf. Beim Schneiden tragen Sie eine Schutzbrille. Bei trockenem Schneiden entsteht viel Staub, deshalb verwenden Sie eine Staubmaske und arbeiten gut belüftet. Beim Nassschnitt sammeln Sie Schlamm und Wasser und entsorgen beides nicht über das Abwasser.

Wie viel Kleber und Fugenmasse brauchen Sie?

Den Verbrauch von Dünnbettmörtel und Fugenmasse entnehmen Sie dem technischen Datenblatt des jeweiligen Produkts. Er hängt von Zahnkellengröße, Untergrund, Fliesenformat, Fugenbreite und Fliesendicke ab, deshalb ist eine Pauschalzahl ungeeignet. Liegt der Verbrauch in Kilogramm je Quadratmeter vor, multiplizieren Sie ihn mit der Fläche. Verarbeitungszeit und Wartezeit vor dem Verfugen stehen ebenfalls im Datenblatt.

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Die Normreihe DIN 18157 beschreibt das Verlegen im Dünnbettverfahren mit zementären Mörteln, Dispersionsklebern und Reaktionsharzklebern. Welcher Kleber zu Ihrem Untergrund passt, entscheidet das Datenblatt. Für Anschlüsse an Wanne, Dusche und Waschtisch verwenden Sie elastisches Sanitärsilikon statt Fugenmörtel, weil sich diese Anschlüsse bewegen. Beim Anrühren tragen Sie Handschuhe und Schutzbrille, lüften während der Arbeit und beachten die Gefahrenhinweise auf dem Gebinde.

Wie viel Kleber und Fugenmasse brauchen Sie?

Rechenbeispiel für ein Bad mit 6 m²

Ein Bad misst 2,50 m × 2,40 m, der Boden hat also 6,00 m². Gewählt sind Fliesen im Format 30 × 60 cm mit 3 mm Fuge.

Fläche je Fliese: (0,30 + 0,003) × (0,60 + 0,003) = 0,303 × 0,603 = 0,1827 m²

Stückzahl Boden: 6,00 ÷ 0,1827 = 32,84, aufgerundet 33 Stück.

Mit einem für dieses Beispiel angenommenen Verschnitt von 10 %: 33 × 1,10 = 36,3, also 37 Stück.

Für die Wand gilt der Umfang 2 × (2,50 + 2,40) = 9,80 m bei 2,50 m Höhe, das ergibt 24,50 m² brutto. Abzuziehen sind die Tür mit 0,90 × 2,00 m = 1,80 m² und das Fenster mit 0,60 × 1,20 m = 0,72 m². Netto bleiben 21,98 m². Geteilt durch 0,1827 m² je Fliese ergibt das 120,3, aufgerundet 121 Stück. Mit angenommenem Verschnitt von 15 %: 121 × 1,15 = 139,15, also 140 Stück. Insgesamt benötigen Sie in diesem Beispiel 177 Fliesen. Bevor Sie Wände anbohren, prüfen Sie erneut die Leitungslage.

Wann sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen?

Wenn der Untergrund Risse, Hohlstellen oder größere Unebenheiten hat, die Feuchte zeigen oder deren Ursache unklar ist, sollten Sie den Untergrund vor der Verlegung prüfen lassen. Gleiches gilt, wenn die Abdichtung im Nassbereich nicht eindeutig dokumentiert ist. Eine Mengenberechnung ersetzt keine Prüfung des Untergrunds.

Wann bestellen Sie, und worauf achten Sie bei der Charge?

Bestellen Sie alle Fliesen für einen Raum möglichst aus einer einzigen Charge. Die Chargennummer steht auf dem Karton oder dem Etikett. Fliesen aus verschiedenen Produktionschargen können im Farbton und in der Oberfläche leicht abweichen. Öffnen Sie deshalb die Kartons vor der Verlegung, mischen Sie die Fliesen und prüfen Sie den Farbton bei Tageslicht. Klären Sie außerdem Lieferzeit und Verfügbarkeit, denn eine Nachbestellung ist nicht immer möglich. Bestellen Sie die berechnete Menge einschließlich Verschnitt.

Häufig gestellte Fragen

Was tun bei einer Dachschräge im Bad?

Teilen Sie die Fläche in Teilflächen mit klar erkennbaren Grenzen auf, messen Sie jede Teilfläche und rechnen Sie den Schrägenbereich getrennt. So schätzen Sie den Schnittaufwand realistisch ein. Die Stückzahl für Schrägen besprechen Sie am besten mit dem Fachbetrieb.

Wie lange sollten Sie Restfliesen aufbewahren?

Lagern Sie Restfliesen trocken und frostfrei, am besten mit dem Etikett. Solange das Bad genutzt wird, können Sie sie für Reparaturen brauchen, wenn der Farbton später nicht mehr zu finden ist.

Kann ich die Menge ohne Herstellerdaten berechnen?

Ja, die Stückzahl ergibt sich allein aus Maßen, Fuge und Zuschlag. Für Kleber- und Fugenmasse brauchen Sie jedoch das Datenblatt des gewählten Produkts.